[IC] Auf den Spuren von Mion

  • Der Raum war erfüllt von dieser unendlichen Stille. Zäh wie grau schwarzer Honig flossen die entfernten Wände im Lichtschein dahin, während zwei Personen, auf Bahren gebettet ruhig atmend vor sich hin dämmerten. Weder ihr Atem, noch das hauchfeine Rascheln der Robenträger um sie herum schien der allgegenwärtigen Stille etwas anhaben zu können.



    Auf der ersten Bahre öffnete die Dame in den besten Jahren, ihre Augen und sah den älteren Herren eindringlich an, welcher eine Bahre weiter lag. Seine Haut zeigte die all zu typischen Zeichen seines hohen Alter. Falten, kleine braune Flecken und dann war da dieses sachte zucken seiner linken Hand. Die Krankheit würde ihn übermannen. Wenn nicht heute, dann morgen oder in höchstens einer Woche.



    Doch es gab etwas das dieser ältere Herr noch für die deutliche jüngere Dame hatte. Ein Schatz den man mit keinem Latinum der Galaxie kaufen konnte. Wissen. Die Stimme eines Arztes kämpfte sich aus der umfangenden Stille hervor.

    „Wir beginnen nun.“ Und die Blicke von Marianne und Anthony trafen sich. Heute gab er sein Leben und doch ließ sie ihn in Ewigkeit weiter existieren. Leise summend öffnete ein Laser Skalpell seine Bauchdecke und der Robenträger griff, sehr vorsichtig, in die entstandene Öffnung.



    Was er hervor holte hätte so manchem, hart gesottenen, Frontsoldaten die Blässe ins Gesicht getrieben. Es war ein Wesen das sich langsam hin und her wand, und über ein schmales Bändchen mit dem Körper von Anthony verbunden war. Ähnlich einer Nabelschnur durchtrennte der Robenträger dieses Band und trug die Kreatur zu Marianne herüber. Marianne kniff die Augen zusammen, denn trotz der lokalen Betäubung spürte sie wie der Fremdkörper ihren Leib, durch den Schnitt am Bauch, eroberte.



                                                                                           



    Mion erhob sich von seiner Liege und nach nur wenigen Schritten erreichte sie das Fenster. Es war nun der dritte Tag in Folge und trotzdem ihre Vereinigung ohne Komplikationen verlaufen war, hatte sie ein flaues Gefühl im Bauch. Es betraf nicht sie und auch nicht ihren Wirt Marianne, es war die Familie. Sie wusste genau das ihre Mutter das Komitee beeinflusst hatte bezüglich dieser Vereinigung, und das sie Mira übergangen hatten, obwohl sie noch besser geeignet war. Der einzige Grund dafür war der angeblich so langweilige Dienst in der Sternenflotte als Soldatin.



    Und nun kam der Zeitpunkt das man auf eben jener Station halt machen wollte auf der Mira diente. DS 12. Mion war klar, auf dem Weg nach Drozana war dies einer der größeren Föderationsposten in der Nähe. So gebot es zumindest die Höflichkeit sich dort vor zu stellen und natürlich ein gewisses Maß an Sicherheit. Diese Bergleute konnten stur und aufbrausend sein, grade in Verbindung mit den Getränken die auf der Drozana Station ausgeschenkt wurden.



    Sie schalt sich selbst, es gab keinen vernünftigen Grund für diese Gefühle. Mira war Mariannes Schwester es sollte zu keinerlei Verflechtungen kommen, die unschön waren. Irgendwann wird dieser Moment kommen müssen. Man stünde sich gegenüber, die Blicke treffen sich und eine einzige Maske der Emotionen würde mehr ausdrücken als tausend Worte.

  • AN: Stationsleitung DS12, Captain M'iia, Commander Sarep

    VON: U.S.S. Monatana, Captain Henrikson


    Betreff: Besuchsmöglichkeit für M. Halverd, Diplomatisches Corp, Sternenflotte


    Sehr geehrte Captain M'iia,


    Wir befördern eine hochrangige Diplomatin der Trill zu Gesprächen auf der Drozana Station. Mein Gast äußerte den Wunsch ihre Station besuchen zu dürfen um, zum einen über die Lage im Donatu Sektor zu sprechen und zum anderen um, ich zitiere "Die Kameraden und Freunde ihrer Schwester, und ihre Schwester Mira Halverd selbst, zu treffen."


    Vom Zeitplan meiner Mission her kann ich einen Aufenthalt von zwei Tagen einkalkulieren.


    hochachtungsvoll


    Captain Henrikson

  • AN: U.S.S. Monatana, Captain Henrikson

    VON: Stationsleitung DS12, Commander Sarep


    Captain,


    wir erwarten Ihre Ankunft. Bitte teilen Sie uns, zu welchem Zeitpunkt wir mit Ihrem Eintreffen rechnen können um die nötigen Quartiere zeitgerecht bereitstellen zu können.


    Gez. Sarep

  • AN: U.S.S. Monatana, Captain Henrikson

    VON: Stationsleitung DS12, Captain M'iia,


    Betreff: Besuchsmöglichkeit für M. Halverd, Diplomatisches Corp, Sternenflotte


    Sehr geehrter Captain Hendrikson,


    ich habe ihr Schreiben zur Kenntnis genommen. Aus der Natur des Besuches erschliesse ich, dass der Besuch inoffiziel stattfinden soll. Daher würde ich auf das entsprechende Protokoll an Bord verzichten. Sollte dies nicht der Fall sein, bitte ich sie um eine entsprechende Information.


    Ansonsten sollte dem Besuch nichts entegegen stehen. Allerdings muss ich darum bitten, dass sie für die Sicherheit des Botschafters durch Personal ihres Schiffes garantieren. Die genauen Gründe kann ich ihnen hier über Funk nicht erläutern. Desweiteren kann ich dem Botschafter kein Quartier auf der Station zuweisen, genau so wenig empfehle ich die Verlegung des Botschafters per Shuttle aus ihrem Bestand auf die Station und zurück.


    Ich weiss, dass es gewisse Umstände sind, aber eine aktuelle Lage macht diese leider erforderlich.


    mit freundlichen Grüssen

    Captain M'iia

    Kommando DS 12



    (OOC: Hab mal meine Antwort hier rüber kopiert. 2 Posts zum selben Thema, die die selben Dinge behandeln haben mich dann doch verwirrt.)

    Ich bin im Discord immer erreichbar. Also wer gerne RP absprechen möchte, kann dies dort gerne tun.

  • Auf der OPS wird ein Funkspruch aufgenommen.

    Die U.S.S. Montana wird voraussichtlich bei Sternzeit 98344.80593607304 die Station Deep Space 12 erreichen.

    Der Empfang dieses Funkspruches wird selbstverständlich an die Dienst habenden Offiziere, der Stationsleitung und der Sicherheit weitergegeben.

  • Ambiente Music, open in new tab


    Wieder einmal wälzte sie sich von einer Seite auf die andere. Die leise Musik im Hintergrund brachte ihr nicht die erhoffte Ruhe. Hinter ihren geschlossenen Augenlidern tobten Stürme auf Leinwänden die niemand sonst sehen konnte. Blitze, welche durch den Wolken verhangenen, marineblauen Himmel zuckten.

    „Warum versteckst du dich vor mir Schwesterchen?“ Niemand hörte ihre geflüsterte Frage, und niemand würde darauf antworten. Die eine Seele, welche die Antwort kannte, war weit weg. Die äußere und innere Ruhe, welche sie versuchte auszustrahlen, bröckelte vor sich hin.


    „Du kannst nicht auf den Grund des Sees blicken, wenn sich auf seiner Oberfläche Wellen auftürmen.“ Es folgte ein langer Atemzug der diesen Moment in eine schier unerträgliche Länge zog. Während sie die Luft aus ihren Lungen entließ, fühlte es sich an als wäre ihr ein Fels von der Brust genommen worden. Irgendwann würde sie Mira schon finden. Es musste zu viel besprochen werden. Missverständnisse wollten aus dem Weg geräumt werden. Mussten! Hier ging es nicht nur um einen Zwist der ein Stück Kuchen oder einen Bonbon als Gegenstand hatte.

    Sie war eine Diplomatin der Föderation, sie konnte es sich nicht leisten bei ihrer Arbeit ständig an Mira denken zu müssen.

    'Denkst du an Mira, oder denke ich an sie? Ohne deine Mutter wäre ich nun mit ihr vereint und das wissen wir beide oder?'


    Mion schreckte auf dem Bett hoch und saß, in einem rechten Winkel, derart steif da, dass man glauben könnte sie imitiere eine geometrische Form. Ihre weit aufgerissenen blauen Augen starrten ins Dunkel.


    Mariannes_Eye.jpg


    * * *


    Die Sonne schmeichelte warm auf ihrer Haut und die sanfte Brise gewährte von Augenblick zu Augenblick eine leichte Abkühlung, wenn sie über den schwarz marmorierten Körper der dösenden Frau glitt. Das Kichern von Kindern und das flirten der anderen hier am Pool hörte sie kaum noch. War es in den letzten beiden Tagen doch zu einem Hintergrund Rauschen geworden, welches sie nur tiefer in die Arme des Schlafes trieb. Schlaf, am ersten Abend hier auf Risa hatte sie kaum geschlafen. Was auch daran lag das Azry auf DS 12 bleiben wollte. Sie konnte ihre Freundin verstehen, sie wollte Dinge klären, Dinge die ihr wichtig waren und Mira hatte versprochen sie zu unterstützen, egal wie Azrys Entscheidung ausfiel.


    Azry fehlte ihr sehr, es fühlte sich jeden wachen Augenblick an als würden hunderte von Spinnen über ihre Haut krabbeln, jede von ihnen mit kleinen Nadeln an den Beinen. Sie waren so leicht, dass keine von ihnen Mira wehtat, es war eher dieses permanente - Gleich KÖNNTE etwas passieren – aber auf eine gute Weise. Im Halbschlaf zogen diese Gefühle in Form von Bildern an ihrem geistigen Auge vorbei. K'm Pek, ein Hühne von einem Klingonen und allzeit gespannt wie ein gut gearbeiteter Bogen. Ständig musste er aufpassen nichts kaputt zu machen oder die Beherrschung zu verlieren. So waren es wohl ebenso seine Hormone wie ihre, als es in der Sporthalle zu einem ausgewachsenen Paarungsritual kam welches in Miras Schlafraum einen, mehrere Stunden, dauernden Abgang fand. Der folgende Aufenthalt auf der Krankenstation war dagegen ein Witz. Mira kicherte in sich hinein. Zwischen T'm Pek und Azry stand nur noch eine Person, Lieutenant jr Gr. Melinda Seaside. eine der Test Pilotinnen an Bord der U.S.S. Oppenheimer, und ein ungeschickter Trampel vor dem Herren. Aber fliegen konnte sie, meistens. Als Mira sie auf Nimbus III unter einigen herab gefallenen Felsen hervor gezogen hatte, funkte es kurzzeitig. Die Affäre war kurz und intensiv.


    Doch keiner der beiden konnte wecken, was Azry in ihr geweckt hatte.


    Nie zuvor hatte sie vergleichbar für eine Person gefühlt. Schutz, Zuneigung, Hingabe ja sie würde sogar kämpfen um Azry zu behalten, und das... so bestätigte sich Mira selbst, war wörtlich zu nehmen. So wanderte sie wohl recht lange wie ein sanft bebende Violinen-Seite auf DS 12 herum. Doch seit ihrer Abreise war es anders, etwas hatte sich zwischen Mira und Azry geschoben, ein Gefühl das man nur mit dumpfer Angst oder eher Abneigung beschreiben konnte. Nein das war nicht stark genug, sie hasste. So sehr, dass sie selbst manchmal Bauchweh davon bekam. Ob das daher kam, das sie ihre eigene Familie nicht hassen wollte? Sie verstand sich doch immer so gut mit Marianne, warum diese Missgunst seit diese vereinigt worden war? Konnte sie derart neidisch sein?


    'Wenn du mich noch immer willst, komm und hol mich.' Die Worte hämmerten in Miras Kopf hinein als hätte ein Bildhauer sie dort rein gemeißelt. Mira hob den Kopf und sah sich um. HRMPF. Der Satz war von einem der Stunden Gigolos zu einer alternden Witwe gesagt worden, während sie kichernd auf deren Zimmer hüpften. Aber irgendwas nagte an ihr. Sie wollte grade aufstehen als sie ihren Namen hörte.


    'Mira?' ihre grünen Augen blickten starr voran.


    Miras_Eye.jpg


    Alle ihre Muskeln spannten sich an, sie kannte die Stimme nicht, und eine Ahnung woher sie kam, hatte sie auch nicht. Verdammter Mist, das musste geklärt werden. Mira checkte noch in der selben Stunde aus dem Hotel aus und buchte den nächsten Frachter der auch nur in die Nähe von Sahal III oder DS 12 flog. Sie nahm sich fest vor, ihrer Schwester eins auf die Nase zu geben und sie danach zu umarmen. Und um ihr den letzten Hieb zu versetzen, würde sie ihr auch gleich eröffnen, dass sie eine Frau liebte und diese heiraten würde. Als sich diese Gedanken so aufreihten war es auf einmal glasklar. Mira war sich sicher, es würde funktionieren.