Persönliches Logbuch Efes

  • Persönliches Logbuch Ersten Offiziers der USS Garrett
    Sternzeit 96037.14
    An Bord der USS Garrett in der Andromeda-Galaxie


    Wir folgen immer noch den Weltraumwalen. Derzeit sieht es so aus, als ob wir Fortschritte bei der Kommunikation mit ihnen machen, wobei ich jedoch nicht allzu viel erwarte. Ich vermute, vieles von dem, was wir fragen, verstehen sie garnicht. Immerhin sind es Tiere, auch wenn eine grundlegende Kommunikation vorhanden ist.


    Offenbar gibt es die Möglichkeit, früher als erwartet in unsere Galaxie zurückzukehren. Alte Expemplare dieser Spezies springen offenbar zum Sterben in die Milchstraße. So ein Verhalten ist auch bei anderen Lebenwesen schon beobachtet worden. Ich hörte von diesen sogenannten Elefantenfriedhöfen auf der Erde, wohin sich diese Spezies hin zurückzog, wenn sie merkten, daß es zu Ende ging. Nach dem, was wir von den Walen an Antworten erhalten haben, können die nächsten Alten, die zum Sterben in die Milchstraße springen, uns mitnehmen.


    Andernfalls müssen wir ungefähr zwei Jahre warten, bis die ganze Herde wieder in die Milchstraße springt und wir uns einfach dranhängen können. Man soll zwar nicht hoffen, daß jemand stirbt, aber hinsichtlich unserer Rückkehr wäre es nicht verkehrt, wenn einer der Wale sich bald für immer zur Ruhe setzt.


    Ich hatte auch ein langes Gespräch mit dem Captain. Ich bin nicht angetan von ihrer Begeisterung für das absolute Neuland, in dem wir uns befinden. Noch nie war jemand aus unserer Galaxis hier, und ich vermute, die nächsten paar Millionen Jahre wird das auch keiner mehr sein. Trotzdem sollte unsere Priorität auf der rückkehr in die Heimat liegen, nicht auf den ungeheuren Forschungsmöglichkeiten. Denn es nützt niemanden, wenn wir hier herumforschen, die Ergebnisse aber niemandem mehr mitteilen können. Selbst ein Subraumsignal käme erst in über 50 Jahren in der Föderation an, wir selbst bräuchten über tausend Jahre mit maximaler Warpgeschwindigkeit.


    Ich versuchte dem Captain klarzumachen, daß bei vielen die Nerven blank liegen, und sie lieber gestern als morgen zurück in der Heimat wären. Ich muss aufpassen, daß nicht auch bei anderen der Eindruck entsteht, daß der Forscherdrang über das Ziel, heimzukehren, gestellt würde. Es wurde in der Sternenflotte schon wegen weniger gemeutert. Ich habe sicherheitshalber immer einen Phaser in Griffweite, wenn ich auf der Brücke bin. Ich hoffe aber, daß ich ihn nicht brauchen werde.



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  • Persönliches Logbuch Commander Efes
    An Bord der USS Garrett, Milchstraße
    Sternzeit 96075.4



    Wir sind offenbar zurück. Keinen Moment zu früh. Ich habe letzte Schicht das Steuer für Lt. Fraser übernommen, und bin froh mit dem Rücken zu den anderen Brückenoffizieren gesessen zu haben, sonst hätte wohl Dr. Shoyue aufgrund meiner Gesichtsfarbe sofort einen mediziniscihen Notfall ausgerufen.


    Die Disziplin an Bord, besonders auf der Brücke, hat massiv abgenommen. Ungefragte Kommentare zu allem möglichen, Junioroffiziere die Anweisungen und Ordnungsrufe ungerührt ignorieren, Interpretationen und Spekulationen, die nur dazu führen, daß der Captain nicht beraten, sondern regelrecht in die Irre geführt wird.


    Wie kann ich aus einer nicht klaren Kommunikation, bestehend aus wenigen, immer wiederholten Wörtern komplexe Zusammenhänge interpretieren? Zusammenhänge, die dann noch völlig falsch wiedergegeben werden? Und das ohne Aufforderung, seine Meinung dazu kundzutun? Man stelle sich das Chaos vor, wenn drei oder vier Brückenoffiziere das auf einmal versuchen. Und das, obwohl der Captain nichtmal darum gebeten hat, sondern die Situation volle Konzentration verlangt.


    Ja, da kann schon mal der Befehl von mir, auf roten Alarm zu wechseln, untergehen. Insbesondere, wenn drei Leute auf der Brücke gleichzeitig meinen, sie müssten Befehle geben. Aber das darf nicht passieren, nicht in einer gefährlichen Situation. Ebenso, daß die Leute nicht ihre Aufgaben kennen, sondern sich noch in die Tätigkeiten anderer Brückenstationen einmischen. Oder gar taktische Maßnahmen ohne ausdrücklichen Befehl in Gang setzen. Ich verstehe nicht, wie Captain Cabiness das einreißen lassen konnte. Ich werde mit ihr ein ernstes Wörtchen reden müssen, aber wenn sich da nicht bald was ändert, wird die Garrett erneut einen neuen Ersten Offizier suchen müssen. Das Risiko werde ich nicht tragen, daß durch diese Disziplinlosigkeit und das heillose Chaos auf der Brücke eines Tages was schlimmes passiert während ich verantwortlich bin.


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