Träume... [Geschichten von Yaz]

  • Lachend steigen sie von der Transporterplattform, die Lampen scheinen ihnen ins Gesicht und die Augen strahlen einen Moment. Freundlich grüßen sieden Transporteroffizier, der sie lächelnd willkommen heißt: „Willkommen auf der USS Trigger. Ich würd ja sagen ich wünsche ihnen einen angenehmen Kadettenflug, aber ich bin mir da nicht sicher.“ Er lacht kurz auf und zwinkert den Beiden zu. „Ich würd ja Danke sagen, aber wir werden sehen was uns erwartet.“ Lacht sie dann ebenso. Ihr Partner sieht sich derweil schmunzelnd um, bis er dann an ihrem Ärmel zupft. „Yazrim, komm. Wir müssen uns auf der Brücke melden.“ Sie grinst ihn nur an, der Transporteroffi bekommt noch ein Lächeln geschenkt bevor sie sich dann Beide auf den Weg zur Brücke machen.
    Wie sie so den Gang entlanggehen hakt sie sich bei ihm ein und sieht zu dem 1,90 m großen Mann mit leuchtenden Augen auf. In einem vermeintlich unbeobachteten Moment hält sie kurz an, stellt sich vor ihn und schließt ihn in die Arme. Tief atmet sie seinen Duft ein und schmiegt sich an ihn, die Hände auf seinem Rücken verschränkt. So wie er die Arme um sie legt und sie aus seinen blauen Augen betrachtet flüstert sie nur leise; „Ich bin so froh, dass wir auf dem gleichen Schiff gelandet sind. Ich hätte nicht eine Minute ohne dich ausgehalten.“ Er beugt sich für einen Kuss runter, doch räuspert sich jemand hinter ihnen : „Kadett Radihl? Kadett Warren? Ich dachte sie melden sich gleich auf der Brücke?“ Beide erschrecken sich und drehen sich um, nehmen sofort Haltung an. „Entschuldigung Lieutenant.“ Stammeln beide nervös. Der eher kleingeratene Herr im mittleren Alter betrachtet sie ernst. „Nun, dann zeige ich ihnen mal den Weg zur Brücke. Ich nehme sie mal gleich mit, nicht dass sie sich noch verlaufen. Auch wenn ein Schiff der Intrepid Klasse noch recht übersichtlich ist, wie sie noch merken werden.“ Er geht dann auch flotten Schrittes voran zum nächsten Turbolift, wo er ihnen mit einer ausladenden Geste eine Einladung zuzusteigen ausspricht.


    Plötzlich verschwimmt das Bild, es ist als würde man durch eine Wand von Nebelschwaden gehen. Yazrim wankt suchend durch den Nebel, ihre Rufe scheinen gedämpft zu werden. Als sich die graue Wand langsam lichtet, sieht man jemanden an einer Wand sitzen, die Uniform ist blutdurchtränkt. Es ist Michael, sein Gesicht aschfahl, die Augen nur halb geöffnet. Yazrim will zu ihm rennen, doch scheint es als würde sie auf der Stelle laufen. Ihre Augen sind panisch geweitet, den Arm flehend nach ihm ausgestreckt als er den Kopf leicht hebt, die Mundwinkel zu einem leichten Lächeln angehoben, wirkt der Blick schon leer…


    … „Fähnrich Radihl..“ jemand rüttelt an ihrer Schulter als sie die Augen öffnet und in einem stummen Schrei verharrt. „Nein… nicht… warum machen sie das?“ sie beginnt sich zu wehren und es tritt noch ein Pfleger mit ans Bett auf der Krankenstation, hält sie fest, während der andere Pfleger sich mit dem Hypospray ihrem Hals nähert. Wild schlägt sie mit dem Kopf hin und her, schreit laut um Hilfe. Noch ein Pfleger tritt ans Bett und greift ihren Kopf fixiert ihn mit einem Griff der sich wie ein Schraubstock anfühlt. Ihre Gedanken rasen und zu den Tränen, die unaufhörlich über das Gesicht fließen, gesellen sich Schweißausbrüche, einzelne Haarsträhnen kleben ihr im Gesicht. Das Beruhigungsmittel wird verabreicht und langsam lösen die Pfleger die Griffe. Wie durch das Rauschen eines Wasserfalls hört sie nur noch wie einer sagt: „Wir müssen sie fixieren…“


    (Fortsetzung folgt)

  • Einige Tage später sitzt sie auf der Krankenstation der Garrett. Die Orchidee, die sonst neben ihrem Bett stand ist verschwunden. Wurde wohl bei der Evakuierung vergessen, lediglich das Buch von Damar hatte sie wohl noch mitnehmen können. Unsicher sieht sie sich um, zu bekannt kommt ihr diese Krankenstation vor. Unangenehm sind ihr die Blicke der ehemaligen Kollegen, und dieses Getuschel im Hintergrund... Es wirkt manchmal so als würde man sich über sie lustig machen. Radihl die Bekloppte, hat sie neulich erst zufällig aufgeschnappt. 'Ich hab euch doch nichts getan.' Kopfschüttelnd macht sie sich das Bett halbwegs bequem, gleich gibts wieder diesen schönen Cocktail, der sie schlummern lässt. Verrückt, dass sie einfach nicht mehr schlafen kann und wenn schreiend erwacht.
    Schon steht eine Schwester am Bett und gibt ihr die verordneten Medis, sie nimmt sie wortlos und legt sich dann einfach auf die Seite, das Laken über sie gezogen starrt sie nur auf Damars Buch mit den Geschichten die sie ablenken sollen. 'Er weiß nicht was mit mir ist. Er kann nichts dafür, will nur für mich da sein.' sie schluckt und nach einer Weile werden ihr die Augen schwer, erst kämpft sie noch gegen die Welle von Müdigkeit an aber der Kraft beraubt fällt sie wieder in diesen Nebel...


    Auf der grünen Wiese vor dem Akademiegebäude sitzt sie mit Michael, er hält sie im Arm und zeigt auf ein Shuttle. Leise flüstert er ihr ins Ohr: "Bald sitzen wir in genau so einem Shuttle und fliegen zu unserem Schiff, sobald es am ESD ankommt." Ein Kuss aufs Ohr folgt und sie kann nicht anders als zufrieden seufzen, legt ihre Hände auf seine Arme und meint leise amüsiert zu ihm: " Ich hoffe du hast nicht deinen Vater Strippen ziehen lassen, dass wir auf das gleiche Schiff kommen." - "Niemals." Sein Lachen straft seine Worte lügen, aber will sie es wirklich wissen? Es ist so schön, der Gedanke ihn weiterhin bei sich zu haben.


    Plötzlich wird es dunkel und sie sieht nichts nur der rote Schimmer und der durchdringende Ton des roten Alarms beherrschen ihre Sinne. Ist es Rauch, oder nur ein Traum? Sie schreit kurz auf sieht sich erst ängstlich um, bevor ihre Instinkte von der Vernunft wohl abgelöst werden. Die Verletzten versorgen... so hat sie es gelernt an der Akademie. Den Auftrag erfüllen, gleich um wen es sich handelt und ganz automatisch beginnt sie wie ein gefühlloser Android Verletzungen einzustufen... Helfen wo es nur geht... So arbeitet sie sich mit ihrem Team vor... Eine gefühlte Ewigkeit vergeht bevor das Schiff wieder einen Einschlag zu verzeichnen hat, die Trägheitsdämpfer arbeiten nicht mehr richtig, aber sie hält sich nur an einem Pfeiler fest, als der Ruck einige ihrer Kollegen von den Füßen reißt. Innerhalb Sekunden sieht man wie das Loch im Rumpf von einem Notfallkraftfeld verschlossen wird, aber doch waren einige Kameraden schneller im All gelandet, als sie schreien konnte. 'Reiß dich zusammen, Yazrim. Michael, in der nächsten Sektion muss er sein, helf wo du kannst, aber arbeite dich dorthin vor.' Sagt sie sich immer wieder und geht auch schneller mal an dem Einen oder Anderen vorbei, wenn sie doch nichts machen kann.


    Der Zugang zur Sektion ist versperrt. Trümmerteile liegen im Weg, aber es sind schon hektisch und auch panisch einige Andere dabei sie wegzuräumen. "Die Sektion hat einen direkten Treffer abbekommen. Wir müssen nachsehen, ob es Überlebende gibt." Da bellt ein Lieutenant, er selber hat eine blutende Kopfwunde, wurde wohl von etwas getroffen, Yazrim sieht aus der Ferne zu, dann lässt sie ihr Medkit fallen und packt mit an. Spürt nicht, wie sie sich selber die Hände aufreißt, an einem gebogenen Titantrümmerteil. Erleichtert stellt sie fest, dass der Weg halbwegs frei ist und sie schreit über das Getöse hinweg: "Medizinische Abteilung ich gehe vor.." Schon klettert sie über verbliebene Trümmer, und nähert sich der halb offenen Tür...


    "Fähnrich Radihl... Fähnrich Radihl..." sie schlägt die Augen auf, schweißnass starrt sie die Krankenschwester an. "Sie haben geträumt... haben Befehle geschrien und wild gefuchtet." Yazrim nickt nur langsam, zieht die Beine an und flüstert leise.. "Michael, ich komme zu spät, immer und immer wieder."

  • Wochen später sitzt sie einsam am Strand auf dem Holodeck. Die Finger umschließen eine Handvoll feinsten weißen Sandes, der Wind bläst eine leichte Brise in Richtung Ufer und das leise rauschen und gluckern der Brandung ist zu hören.


    Die junge Trill sieht entspannt aus, aber der Anschein mag trügen. Vor ihren Füßen liegt eine feingliedrige Kette im Sand, teils von den feinen Körnern bedeckt. Der Anhänger wirkt auf den ersten Blick unauffällig, aber wer genau hinsieht kann erkennen, dass er zwei sich umarmende Liebende zeigt in deren Mitte ein feines rosa Herz gearbeitet wurde. Vielleicht aus einer Perle oder einem anderen synthetischen Material.


    Die Kette scheint aber nicht im Fokus der Aufmerksamkeit zu liegen, lediglich der Sand wird Körnchen Weise aus dem Griff freigelassen und rieselt so leicht auf ihre Uniform nieder. Fasziniert muss sie wohl den Blick auf dieses immer wieder unterbrochene Rinnsal heften während sich ihre Lippen leicht bewegen. Sie zählt. leise aber beständig… „6..7...8…9…“ bei vierzehn angekommen stoppt sie kurz, ehe sie seufzt und wieder Sand aus der Hand freilässt. Aus dem Abzählen wird irgendwann eine Auflistung von Namen, die weiter vor sich hin genuschelt werden. „..Abrams, Benku, Brice, Chrisdebar, C’lag, Edwins, Further, Grundmeier, Humawa, …, Warren...“ wieder ein Seufzen und die Augen werden geschlossen. Sie mag wohl eine geschlagene Stunde einfach so da gesessen haben, als sie plötzlich nach der Kette greift und den Anhänger leicht in die rechte Hand fallen lässt und ihn umschließt.


    „Damar.. Nate.. so toll kann man sich auf Freunde verlassen. Aber ich brauche euch nicht. Ich schaffe es alleine. Und wenn ihr wieder kommen solltet…“ den Satz spricht sie nicht zu Ende. Stattdessen räumt sie das Holodeck, wo schon der nächste am Eingang wartet. Mit einem abwesenden Nicken in die Richtung des Wartenden geht sie auch schon auf den Gang hinaus und in ihr Quartier.


    Auf dem Tischchen neben ihrem Bett liegt noch immer das Buch von Damar. Neben einem Bild von Michael, an dessen Rahmen sie die Kette hängt und dann nochmal sanft über sein Antlitz streichelt, dass sein wundervolles Lächeln auf dem Abschlussball kurz vor dem Kadettenflug zeigt. Seine fast makellosen weißen Zähne wo lediglich der Eckzahn rechts oben eine kleine Ecke abgebrochen hatte. Ein Unfall beim Sport hatte er ihr erzählt. Das sanfte Lächeln der Trill ebbt ab und sie geht an ihren Schrank, zieht die frisch replizierte Uniform raus und drapiert sie zunächst auf dem Bett.


    „Fähnrich Radihl… das erste Mal wieder Dienst auf der Krankenstation. Sie schaffen das.“ Die zivile Kleidung wird nach dem ausziehen einfach achtlos in eine Ecke des Raumes geworfen, bevor sie beginnt die Uniform anzuziehen, als wäre es ein Heiligtum und sie könnte durch eine unbedachte Bewegung etwas fleckig machen oder zerstören. Was natürlich völliger Quatsch ist.


    Vor dem Spiegel betrachtet sie sich und nickt zufrieden. „Mädchen, auf in den Kampf. Zeigen wir ihnen, dass wir nichts verlernt haben.“ Mit einem Zwinkern verlässt sie das Quartier und geht direkt auf die Krankenstation, wo die Kollegen, die sie in den ersten Wochen nach ihrem Zusammenbruch betreuten, die junge Pflegekraft mit einem Lächeln begrüßen. Die erste Schicht nach Wochen, wo die Frage geklärt werden musste ob sie überhaupt in den Dienst der Sternenflotte zurückkehren kann.


    Sie hatte vieles mitbekommen aber auch einiges war in dem Dunst ihres Verstandes an ihr abgeprallt. Beruhigungsmittel, Schlafmittel und diverse andere Psychopharmaka hatten sie begleitet. Die Gespräche mit dem Counselor, waren immer eine Herausforderung, für beide Seiten. Aber je stabiler ihr Zustand wurde umso besser konnte sie sich artikulieren und es kam zu ersten Erfolgen.


    Was sie aber selbst vor dem Counselor versucht zu verstecken… Zweifel und Angst…


    Zu versagen, Personen zu gefährden oder gar zu töten. Sie fühlte sich eigentlich nicht so weit. Aber sie konnte sich dem Eindruck nicht verwehren, dass Arbeit das gerade einzige Mittel war um ihr noch mehr Stabilität zu geben.

  • Es ist später Nachmittag auf der Garrett. Zumindest würde es ihr das Padd anzeigen, dass sich automatisch auf die vorherrschende Uhrzeit auf der Garrett anpasst. Die Umweltkontrollen halten eine konstante Temperatur aufrecht und doch mag es manch einem in den letzten Wochen immer wieder frösteln.


    Die H'urq... ein Krieg, der plötzlich über die Föderation einbricht und dessen Ende noch nicht in Sicht scheint. Die Kernwelten der Föderation scheinen im Moment zumindest einen sicheren Ort zu bieten. Würde man sonst die Flüchtlinge dorthin bringen? Unwahrscheinlich sagt die Logik, aber doch betrachtet man mit Argus Augen die Entwicklung dieses Krieges, der mittlerweile immer mehr Opfer fordert. Der Schrecken des iconianischen Krieges ist kaum verdaut und viele der jetzigen Offiziere haben ihre Erfahrungen verdrängt oder nur halbgar therapiert. Zugeben wird es kaum einer. Dieses dunkle Kapitel, dass in fast jeder Familie Opfer forderte.


    In dem Quartier auf der Garrett ist das Licht gedimmt. Alleine sitzt die junge Trill auf dem Sofa, neben ihr liegt ein kleines Plüschhorta, die Errungenschaft aus ihrer ersten Therapiesitzung nach den Bodenkämpfen. Auf ihrem Schoß liegt ein Padd, welches ihren Körper noch in etwas mehr Licht hüllt. Auf diesem Padd malt sie akribisch mit der Spitze ihres Fingers ein Paar. Strichmännchen. In verschiedenen Situationen, es soll sie ablenken, hatte der Doc gemeint. Ein Hobby... eher eine Beschäftigung. Unruhig wirkt die Frau, hatte die Therapie sie doch sehr mitgenommen, auch wenn sie es nicht zeigen will.


    Das Quartier ist nicht ihr eigenes. Es gehört dem jungen Fähnrich von der Sicherheit, der sie mit seiner fröhlichen und stets glücklichen Art so fesselt. Seit ein paar Wochen sind sie ein Paar und zum ersten Mal kann sie sich vorstellen in die Zukunft zu sehen. Das triste und quälende Leben, das bisher von ihrer Vergangenheit geprägt war, hinter sich zu lassen.


    Sie lieben sich und sie hat es zugelassen, dass er einen Platz einnimmt in ihrem Herzen, der von Trauer und Schmerz lange eiskalt und finster war. Wenn sie ihn sieht geht ihr Herz auf und sie glaubt sie könnte Berge versetzen. Ärztin werden, mit ihm zusammen leben. Der Preis... was kostet die Liebe? Vertrauen und den Mut die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Sich auf ein neues Leben einlassen, welches jeden Tag für Überraschungen gut ist.


    Aber es liegt ein dunkler Schatten auf ihrem Gemüt... Angst... vielleicht auch Panik, zu verlieren, was sie gerade erst wieder gefunden hat. Es scheint sich alles zu wiederholen und mit jedem Tag, den sie länger darüber nachdenken kann, fällt es ihr schwerer das Gleichgewicht zu behalten. Ihr vergeht der Appetit und sie findet kaum in den Schlaf. Ihr Blick fällt auf das Hypospray. Es ist so einfach. Zumindest damit schafft sie es. In der Nacht die Träume zu unterdrücken, die sie immer wieder einholen wollen.


    Lt. Aiken will einen neuen Ansatz wagen... ein Plüschhorta. Sie soll es mit ins Bett nehmen, wie ein Kind, dass Trost sucht in seinem geliebten Spielzeug. Ihr erscheint die Idee lächerlich, kindisch. Was soll das bringen? Trotzdem legt sie das Padd auf den Tisch und nimmt das Horta. Mit sanftem Druck hält sie das Tierchen vor ihren Brustkorb und versucht ihre Gedanken zu sortieren. Jimmy ist sicher schon auf dem Weg zur Mistral. Unerträglich erscheint ihr der Gedanke ihn auf einem anderen Schiff zu wissen, aber so ist das in der Sternenflotte. Selten hat man Glück und kommt auf das gleiche Schiff. Und wenn doch... retten kann man sie auch dann nicht.


    Angelehnt an die Lehne des Sofas schlummert sie leicht ein und die Bilder formen sich wieder. Die Trigger.. die schönen Momente mit Michael... plötzlich verschwimmt das Bild und sie sieht Jimmy lächelnd mit einem Padd in der Hand, wie er plant das zukünftige gemeinsame Quartier zu gestalten. Würde er jetzt das Quartier betreten er würde sie lächeln sehen, doch auch nur einen kurzen Moment.


    Ein finsterer Nebel legt sich auf das Bild... H'urq in riesigen Schwärmen... Verletzte... Schüsse... Schreie... und Jimmy der verzweifelt nach ihr ruft, während eines dieser verdammten Insekten ihm den Bauch aufreißt. Die Trill die im stummen Entsetzen mit zitternden Händen da steht und nur zusehen kann, wie das Leben aus ihm entweicht.


    Von ihrem eigenen Schrei aufgeweckt reißt sie die Augen auf und setzt sich schwer atmend auf. Das Horta in ihren Händen ist so fest gedrückt, dass seine Form kaum noch zu erkennen ist. Sie blickt darauf und mit einem Schrei, der Raserei nahe kommt, wirft sie das Stofftier fort. Direkt in die nächste Ecke. Sie zieht die Beine an und harrt im Halbdunkel so eine ganze Weile aus, den Oberkörper leicht vor und zurück wiegend.


    Schlussendlich steht sie auf und sammelt das Plüschwesen ein. Direkt ins Bett geht sie und rollt sich unter dem Laken zusammen. Jimmys Kissen und das Horta vor ihr Gesicht drückend. "Ich schaff es ohne Medis." murmelt sie leise und schläft nach einer ganzen Weile wieder ein.

  • Yaz sitzt im Garten der Akademie unter einem Baum und lässt sich die Sonne gefallen. Auf ihrem Schoß hat sie ein Padd liegen, auf dem die anatomischen Details des Brustkorbs in einer Animation immer wieder sich verändern. Als sie ein paar Eingaben macht, verändert sich das Bild und es wird der Torso eines männlichen Andorianers gezeigt, der aus ineinander übergehenden knöchernen Platten einen Panzer bildet. Heute hatte man ihr im Seminar nochmal die Tücken einer Operation an Andorianern nahe gebracht. Sie hatte wie so oft mit großem Interesse Notizen gemacht und auch am holographischen Modell die korrekten Handgriffe geübt.


    Gerade als sie so in Gedanken diese Vorgänge wiederholt, wirft sich ein Schatten über sie und das missbilligende Brummen, welches über ihre Lippen kommt bevor sie den Blick anhebt und erkennt wer da stört, hört sich an als würde ein Raubtier freigelassen. Lediglich steht ein Kollege von ihr mit einem Becher Kaffee vor ihr. "Süß und viel Milch." strahlt er sie mit dem perfekten Zahnpastawerbung grinsen an. "Ich dachte du könntest einen gebrauchen, so konzentriert wie du dreinschaust." Ungefragt setzt er sich nah neben sie und wirft einen Blick auf das Padd. Yaz zieht für einen Augenblick staunend die Augenbrauen hoch, als sie feststellt, dass da jemand sehr aufmerksam ist. Aber zuviel seiner Aufmerksamkeit braucht sie dann wohl nicht, zumindest blickt sie den blonden Schönling an und meint in etwas sarkastischem Ton "Ist ja nett, der Kaffee. Aber ich bin nicht deine Mutter, dass du mir gleich aufn Schoß hüpfen musst." So wendet sie sich auch etwas zur Seite weg, dass er auch nochmal spürt, dass ihr diese ungefragte Nähe wohl zu weit geht.


    "Aber, aber... wir können doch zusammen lernen. Du weißt schon... Anatomie ist so eine Sache für sich. Ich bin gut in der Chirurgie, aber Thorax ist so eine Sache, da könnt ich Nachhilfe gebrauchen." Das Zahnpastagrinsen deutet mit den gepflegten Händen auf das Padd. "Wir können uns gegenseitig abfragen, was hälst du davon?" Er plappert einfach weiter und scheint nicht zu bemerken, wie der Blick der angehenden Ärztin sich immer mehr trübt und sie offensichtlich an sich halten muss, nicht wie eine Comicfigur ala überkochender Kessel rüberzukommen. Also beißt sie die Zähne zusammen und drückt angestrengt die Worte dazwischen durch "Sieh dir diese Hand an.. " so hebt sie die beringte Hand und fuchtelt vor seinem Gesicht rum. "Erstens bin ich verlobt, zweitens kann die linke wie die rechte ordentlich zuschlagen und drittens, such dir ne andere Dumme zum Angraben, sonst muss ich dir wohl mal zeigen wie heiß der Kaffee nach deinem Süßholzgeraspel immer noch ist." Ungeachtet seiner Reaktion erhebt sie sich mit dem Padd in der Hand und nimmt ihm noch die Tasse weg."Danke und einen schönen Tag." flötet sie freundlich als wenn nichts gewesen wäre.


    Ihr Weg führt sie in ihr Quartier wo sie sich erstmal aufs Bett schmeißt und vor sich hin schlummert, noch im Halbschlaf murmelt sie so vor sich hin "Ach wärs doch schön wenn Jimmy hier wäre..." als sie dann auch einschlummert und in Träume über kaffeetrinkende Schönlinge und um sich schlagende Jimmys verfällt, wobei sie bei jedem umgeschlagenen Kerl, dem Mann des Herzen einen leidenschaftlichen Kuss gönnt.

  • Elana

    Hat den Titel des Themas von „Träume...“ zu „Träume... [Geschichten von Yaz]“ geändert.
  • Hatte sie sich wirklich überreden lassen? Sie konnte es immer noch nicht fassen, hatte sie sich doch tatsächlich vor ein paar Stunden breitschlagen lassen, doch mit der Partymeute mitzugehen. Woher dieser schwache Moment kam, konnte sie nicht genau ausmachen. Aber sie wünschte sich Ablenkung. Einen Abend ausbrechen aus der Routine des ewigen Lernens. Heute morgen hatten sie eine Prüfung gehabt, die sie gefühlt auch mindestens gut bestanden haben sollte.


    So hatte sie Jimmy eine kurze Mitteilung geschickt, gegen Abend, dass er sich keine Sorgen machen musste.



    Hallo mein Schatz,


    am morgen hab ich eine weitere Prüfung gehabt. Ich denke ich werde sie bestanden haben.

    Heute Abend will ich mich mal total rebellisch gegen meine Prinzipien stellen und werde mit Carol

    und den anderen Kadetten eine Runde durch die Clubs drehen. Mal sehen ob es mich etwas

    ablenkt. Mir schwirrt der Kopf so sehr vom vielen lernen.


    Wenn du da wärst, würde es mir sicherlich besser gehen, aber so denke ich an dich und wehre

    mich mit Händen und Füßen gegen die plumpen Anmachen der Idioten.


    Schatz, du fehlst mir so sehr. Heute Nacht melde ich mich bei dir. Hoffentlich bist du dann noch

    wach.


    Ich liebe dich,

    Yaz


    Und dann war da natürlich die Kleiderfrage... Carol hatte eine ganz klare Meinung, was die Trill tragen sollte. Ihr Kleiderschrank zeigte allerdings nichts in der Richtung auf, die der Zimmerkameradin vorschwebte, also wich man auf das Repertoire der Blondine aus und so stand sie schneller als erwartet in einem recht knappen Röckchen und einem vielleicht etwas zu sexy wirkenden Oberteil mit Wasserfallausschnitt vor dem Spiegel und rümpfte die Nase.


    "Hey, Yaz. Wir passen auf dich auf, keine Sorge. Dein Jimmy muss sich keine Sorgen machen." lachend schob Carol Yaz eine Strähne hinters Ohr. "Der würde mich so nicht losgehen lassen. Eher würde ich das Quartier so nicht verlassen, weil er selber über mich herfallen würde." grinste sie dann schelmisch, als sie versuchte noch etwas mehr Länge an Oberteil und Rock durch Zupfen an beiden Kleidungsstücken herzustellen. "Aber gut, für einen Abend soll es schon gut gehen." meinte Yaz dann nicht ganz so überzeugt.


    Sie waren wirklich gerade erst fertig als der Türsummer anfing nervtötend und unaufhörlich zu summen. Also war der Moment gekommen und die beiden Damen traten vor die Tür, wo besonders Yaz mit einem anerkennenden Pfeifen der männlichen Begleiter und bösen Blicken durch die anderen Mädchen begrüßt wurde. Das Zahnpastagrinsen rückte dann auch gleich etwa näher und auch den ganzen Abend nicht von ihrer Seite. Was sie aber eher mit genervten Blicken und Sprüchen honorierte.


    Die Erleichterung war ihr deutlich anzusehen, als sie gegen Mitternacht das Lokal verließ und sich zum Campus aufmachte.